Stephan in the States

Samstag, September 11, 2004

Zum ersten Mal Football

Der Tag begann wieder mal damit, mich aus dem Bett zu quälen, damit ich pünktlich um 10 im SDC (Sport Development Complex) sein kann. Habe dort für 90 Minuten eine Einführung ins Fitnesscenter bekommen. Die Angst zu verfetten und meine unterentwickelte Informatiker-Rückenmuskulatur machen den Besuch dieser Einrichtung unerlässlich. Ein kleiner, aber unglaublich kräftiger Fitnesstrainer zeigte mir und zwei schwammigen Ami-Hausfrauen wie man sich richtig schindet. Am verwunderlichsten fand ich dabei, dass sich die beiden Pfannkuchen nicht etwa für die Fettburner-Maschinen, sondern am meisten für die Bein- und Bauchgeräte interessierten, obwohl diese Muskeln bei ihnen sichtbar unter einer molligen Lipidschicht versteckt waren.
Danach nach Hause gehastet, da um 1 Uhr, der Anpfiff zum Football anstand. Ja, mein erstes College-Footballspiel, ganz in live und Farbe. Das erste Staunen setzte beim Einmarsch des Teams ein. Mein Wissen über das Spiel bestand bis dahin daraus, dass mit 11 Mann gespielt wird und dass es eine Defense- und eine Offensemannschaft gibt. Macht 22 Mann, mit Auswechselspielern kommt man da auf etwas 40. Es lief aber eine ganze Armme auf, knapp 100 Spieler plus x Betreuer und min. 6 Trainer. Die Zuschauer schienen in der Minderzahl zu sein.
Gespielt wird in 4 Vierteln a 15 Minuten, die sich durch Spielunterbrechung aber auf gut eine Stunde pro Viertel ausdehnen können. Das erste Viertel hat dann auch alle meine Vorurteile bestätigt, es war sterbenslangweilig. Das zweite Viertel hatte einige schöne Momente, es gab Spielzüge, die mal länger als drei Sekunden waren und einige Touchdowns. Nach jedem Touchdown wurde durch die anwesenden Soldaten eine kleine Salut-Kanone gezündet und danach gingen sie zu Boden um für jeden Scorepunkt einen Liegestütz zu machen (pro Touchdown gibt es sechs Punkte). Beim dritten Viertel wäre ich beinahe eingeschlafen und danach sind wir auch wieder gegangen. Ansonsten war es aber ein schöner Nachmittag, es gab lecker HotDogs, die Sonne schien und die Uniband hat gute Stimmung gemacht.