Europe rules
Dienstag begann, wie angekündigt, mit meinem Exam in Database Systems, und mein schlechtes Gefühl im Anschluss hat sich am Donnerstag bei der Rückgabe und Ansicht des Ergebnisses als richtig herausgestellt. Ich konnte mich vom Schreibstreß allerdings bei meiner wiederergatterten Arbeitsschicht und einem dicken Smoothie erholen. Im Anschluss ging es ins Labor, um bei einem Teammeeting meiner Computerlieblingsbeschäftigung, der Installation und Konfiguration von neuer Hardware/Software zu frönen. Am Abend gab es eine Pre-Match-Zusammenkunft für das Floorhockey-Halbfinale, das erste Spiel der Playoffs am Mittwoch, die wir nun doch erreicht hatten. Es gab einige Taktikbesprechungen und meine Versetzung in den Verteidigungsblock.
Der nächste Tag lief dann bis zum Abend ganz ruhig ab. Meine Filmklasse wurde nach zehn Minuten mit dem Rat, das schöne Wetter zu genießen, beendet und gleiches habe ich am Wasser sitzend und lesend auch getan. 20 Uhr war es dann endlich soweit und „Team Ironpipe“ lief gegen ein weiteres amerikanisches Team auf. Nach knapp einer halben Minute gab es das erste Tor für uns und ein paar tolle weitere Szenen, ließen die erste Halbzeit 5:0 für uns ausgehen. Nach der Pause wurden wir etwas faul und nachlässig und die anderen durften auch mal treffen. Das Spiel wurde ab dann etwas rabiater, ein scharfer Rettungsball meines Co-Verteidigers fand seinen Weg auf meine Nase, es ist aber noch alles heil. Am Ende hat der schwedische Sturmblock aber seine Überlegenheit ausgespielt und wir zogen mit 8:3 ins Finale ein. Der Sieg wurde danach mit einer kleinen Kneipentour gebührend gefeiert.
Donnerstag bin ich mit Arto zu ShopCo gefahren und wir haben Koffer für den Rückflug erstanden. Wir beide haben uns für ein hervorragendes Set mit sechs Taschen für lächerliche $50 entschieden. Abends wurde erneut ausgegangen, da unsere Freundin Nyari aus Chicago zu Besuch kam und das Wiedersehen gefeiert werden musste.
Freitag Vormittag war der Zubereitung von Crepes und Jell-O gewidmet. Ab Mittag fand nämlich Spring Fling statt, ein Nachmittag, um den Frühling zu begrüßen und nochmal Spass zu haben, bevor die letzten beiden Wochen beginnen. Auf dem Campus hatten die Studentenorganisationen Stände aufgebaut und es gab überall Musik, Spiele und Essen.
Eines der Highlights war Ooz-Ball, Volleyball im Matsch und man konnte viele dreckverkrustete Menschen durch die Gegend rennen sehen. Das andere war eine Motorradshow, bei dem ein Lebensmüder alle möglichen Stuntes, wie nur auf Vorder- oder Hinterrad fahren, vorführte. Das Wetter war einfach traumhaft und ich habe mir tatsächlich einen Sonnenbrand eingefangen. Meine Nachmittags-Vorlesung habe ich trotz allem besucht und im Anschluss ein interessante Gespräch mit meiner chinesischen Professorin über das Leben im Ausland geführt und einen interessanten Einblick in die Veränderungen in ihrer „kommunistischen“ Heimat bekommen.
Der Abend wurde mit einem offiziellen Dinner aus Anlass der Verabschiedung graduierter Studenten begonnen. Es gab relativ akzeptables Essen, einen Haufen langweiliger
Reden und die Überreichung etlicher Auszeichnungen und Preise. Die Gastrednerin war eine erst vor drei Jahren graduierte Afro-Amerikanerin, deren Lebenslauf und Auszeichnungen eine ganze Seite im Programmheft einnahmen, die über das Thema Erfolg redete. Nun ja. Der zweite Anlaufpunkt der Nacht war die Salsa-Party, der mexikanischen Studentenorganisation. Aus einer sehr kurze Tanzstunde zu Beginn konnte ich nur mitnehmen, das das Geheimnis in den Hüften liegt, was man als Europäer aber wahrscheinlich nie ganz verstehen wird. Immerhin war es die erste Veranstaltung hier, auf der Frauenüberschuss herrschte, was die fantastisch tanzenden Südamerikaner ganz schön schwitzen ließ. Im Anschluss ging es zu einer 80s-Party, auf der auch wirklich die Mehrzahl in entsprechendem Outfit auftrat, es damit schrecklich bunt zuging, die Stimmung aber super war.
Dank langen Schlafens begann der Samstag recht spät und wurde überwiegend mit „socialising“ verbracht. Zum Dinner sind wir Hausbewohner in ein Steakhaus gefahren, das sehr gutes Essen hatte. Man konnte Steaks, so groß wie der Teller, auf dem sie serviert wurden, essen und ich verwirrte die Kellnerin mit meinem Wunsch nach Mezzo-Mix. Der Abend lief ansonsten recht ruhig ab, da Sonntag das Hockey-Finale stattfand und die teaminterne Absprache Totalabstinenz forderte.
Bin denn heute auch recht zeitig aus dem Bett gekommen und hatte genügend Zeit, Frühstück vorzubereiten, zu dem Nyari und Johan gekommen sind und das im wesentlichen aus selbstgemachten Kartoffelpuffern bestand. Die Aufregung wuchs dann stetig an, da um vier Uhr das entscheidende Spiel anstand. Es hatten sich einige Freunde zum Anfeuern angefunden und das andere Team dürfte schon zu Beginn durch unseren Schlachtruf eingeschüchtert worden sein. Wieder gab es ein sehr schnelles Tor und nach drei Minuten stand es schon 2:0 für uns. Ihren einzigen ernsthaften Angriff der ersten Halbzeit haben unsere Gegner dann aber zum 2:1 verwandeln können und es schien etwas spannender zu werden. Den nächsten Treffer konnte ich dann nach toller Vorlage verbuchen und mein großer Traum eines Tores ging damit in Erfüllung. Zum 4:1 Halbzeitstand haben die Amis einen möglichen Sieg wohl abgeschrieben, denn viel Gegenwehr kam nicht mehr. Leider war das Tor für uns von da an auch vernagelt und es wollte nix mehr reingehen. Mit 5:1 ging das Spiel zu Ende und wir konnten uns glückstrunken unsere Sieger-T-Shirts überstreifen.
Den Rest des Tages habe ich mit Schreiben dieses Eintrags verbracht und ich werde mich nun zur Siegesfeier verabschieden.

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