Hobo-Alarm
Gestern hat das Homecomming-Weekend angefangen. Würde gerne erzählen, was das ist, habe aber leider keine Ahnung und es konnte mir auch keiner erklären. Mehr oder weniger wohl einfach eine Ausrede, um ein Wochenende mit vielen Veranstaltungen und Partys zu haben. Soll mir aber auch egal sein, um 3 Uhr war Unischluss und mir blieb eine langweilige Vorlesung erspart. Am Nachmittag gab es dann die HoboParade. Die Studentenverbindungen ziehen dabei als Obdachlose (Hobos) verkleidet (moralisch ein wenig bedenklich) durch die Hauptstraße. Dabei wird in alten rostigen Autos, umgebauten Trucks oder mutwillig zerstörten Vehiceln gesessen und Candy in die gaffende Menge geworfen. Mit dem Wetter hatten sie echt Glück, eine halbe Stunde vorher hat es noch geregnet, dann kam pünklich die Sonne raus und kurz nach der Parade verfinsterte sich Himmel und monsunartiger Wasserfall kam von oben.
Am Abende gab es ein Spiel des Eishockey-Teams gegen irgendein anderes College. Die Arena ist ziemlich gross, passen bestimmt 2000 Leute rein, es war aber leider nur zur Hälfte gefüllt, obwohl es kostenlos war. Es ist natürlich nicht so professionell wie man es aus dem TV kennt, aber die Action stimmte, es gab ein paar Tore und sogar ein Rangelei, bei der sich Spieler und Schiedsrichter in grossem Knäul auf dem Eis wiederfanden. Nach zwei Dritteln musste ich aber gehen, um die Bush-Kerry-Debatte zu sehen.
In dieser durften Studiogäste Fragen an die Kandidaten richten. Das Show ging 90 Minuten, ohne Werbeunterbrechung (!), was dann auch mir etwas zu lang war (die Mehrzahl der Amis hat wahrscheinlich schon nach der Hälfte schlapp gemacht). Der erste Teil ging wieder mal um den Irak und Terrorismus und für mich ging Kerry klar als Sieger hervor. Er war sehr selbstsicher, hat überlegt geantwortet und Bush gut angegriffen. In der zweiten Hälfte waren die Krankenversicherung, Steuern und Stammzellen/Abtreibung dran. Hier gabs für mich ein Unentschieden, weil Kerry doch einige Stotterer drin hatte (gerade beim Thema Abtreibung) und einige Male den Fragen ausgewichen ist. Bush hat mich überrascht, seinen Antworten mangelte es zwar an Inhalt, aber er trat sehr selbstbewußt auf, hatte keine Versprecher und sorgte auch für den ein oder anderen Lacher (ja, er hat Humor).
Der Abend endete mit einer Partie Trivial Pursuit. Es war eindeutig die amerikanische Variante, weil die Fragen überwiegend um amerik. Präsidenten, 2. Weltkrieg oder Baseball gingen. Mit den drei Antworten Truemann, Goebbels und RedSox hätte man das Spiel locker gewinnen können (habe ich leider erst am Ende mitgekriegt).


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