Stephan in the States

Sonntag, November 14, 2004

Potluck

Am Freitag morgen gab es eine Premiere für meinen US-Aufenthalt, ich bin zum ersten Mal vor sieben Uhr morgens aufgestanden. Das aber nicht ohne Grund, denn ich war zusammen mit Maria und Ricky (beides Deutsche) eingeladen in einer Deutschstunde im nahegelegenen Calumet über unsere schöne Heimat zu erzählen. Wir haben uns auf deutsch vorgestellt und Ricky hat dann das Ruder in die Hand genommen und über good ol' Germany referiert. Manchmal wusste ich dann leider nicht, ob ich lachen oder weinen soll, gerade wenn es um Berlin oder Geschicht ging. Da wurde der Fernseh- zum Funkturm und der Alexanderplatz zur größten Baustelle Europas in den 90ern. Hat aber ansonsten viel Spaß gemacht und wir sind Anfang Dezember zum Essen bei der Lehrerin eingeladen.
Drei Deutsche inmitten von amerikanischen Schülern
Anschließend bin ich nach Hause gehetzt, um meine Buletten fertig zu frittieren. Der Gestank des Friteusen-Öls war so heftig, dass es sogar meinen tiefschlafenden Mitbewohner aus den Träumen gerissen hat und einen halben Tag Lüften notwendig machte. Am Abend ging es dann zum Konzert, das der Anlaß der Bulettenschlacht war. Das auftretende Uniorchester bestand aus ca. 50 Leuten, überwiegend Blasinstrumente und eine kleine Rhythmussektion. Es wurde eine bunte Mischung aus adaptierter Weltmusik gespielt und hat mir richtig gut gefallen. Im Anschluss wurden die Leckereien unter die Leute gebracht und meine Partybällchen kamen gut an, wenn ich auch einiges wieder mit nach Hause nehmen konnte. Der Tag endete mit dem Besuch einer Salsa-Party, die von einem graduierten Mexikaner geschmissen wurde und nicht so schnell enden wollte.
Samstag Vormittag habe ich mich entsprechen schwer aus dem Bett gequält, was sich aber nicht vermeiden ließ, da ich zum Mitspielen in einem Volleyball-Turnier eingeladen war. Unser Team hat sich ganz wacker geschlagen und wir sind bis ins Finale gekommen, wo uns dann aber die Bälle um die Ohren gehauen wurden und wir sang- und klanglos untergeganen sind. Mit so einem guten Abschneiden hatte ich aber gar nicht gerechnet und war nun zeitlich etwas in der Klemme. Es musste nämlich Essen für den Abend vorbereitet werden. Vom International Club aus gab es eine Potluck-Party in unserem Appartement. Potluck hat irgendwas mit ThanksGiving zu tun und die Idee ist, dass jeder Gast etwas eine Speise mitbringt und dann gemeinsam geschmaust wird. Mit Tom (aus Bayern) habe ich mich nochmal an Schweinsbraten (gut gelungen) mit Knödeln (nun ja) probiert. Um neun war die Bude voll und es gab verschiedenen Aufläufe, Reisgerichte, belgische Fritten, ChopSticks und einiges mehr zu probieren. War ein sehr schöner Abend und die meisten sind vollgefuttert abgezogen und wir haben für die nächsten Tage Eingetuppertes im Kühlschrank liegen.
November-Impression (aus dem Appartementfenster)
Heute stand neben Aufräumen und Lüften der Bude die Betreuung der Finals im Basketball an. Mein Team hats ja leider nicht vollbracht sich zu qualifizieren und so konnte ich mich voll aufs Schiedsrichten, sprich Punkte-Fouls-zählen konzentrieren. Gab ein spannendes Finale mit Verlängerung und Entscheidung in der letzten Sekunde mit einem Jordan-mäßigem Drei-Punkte-Wurf.