Stephan in the States

Freitag, Mai 06, 2005

Dreck im Profil

Heute war ein sehr sportlicher Tag. Zuerst habe ich mich mit Johan zum Mountainbiking getroffen. Das Wetter war perfekt, mit Sonne und genau der richtigen Temperatur. Zum Glück habe ich meine Bremsen neu machen lassen, denn wir sind durch sehr anspruchsvolles Gebiet gebrettert. Die Biker hier, haben die Trails mit allerlei Brücken, Wippen und Sprüngen ausgestattet, die ich aber lieber gemieden habe, nachdem Johan, der schon ganz gut fährt, sich einige Male gut hingepackt hat. Aber ich muss schon sagen, dass der Sport mehr Spass macht, als ich gedacht hätte, besonders wenn man durch Matsch und Fützen rast und der Dreck nach allen Seiten spritzt.
Johan beim Biken
Später ging es mit einer Freundin zum Badminton, wo ich nochmal gute zwei Stunden über den Court gerannt bin.
Zu Hause wurde beim Abendessen Basketball geschaut und ein kleines Billiardturnier gespielt. Überhaupt hat sich ein hauseigener Pool- und Kickertisch als sehr praktisch erwiesen und ich bin am überlegen, ob ich nicht auf Bett und Schreibtisch zu Hause verzichten könnte.

Donnerstag, Mai 05, 2005

Langer Lunchtrip

Ein neues Thai-Restaurant in der nächst größeren Stadt Marquette (zwei Stunden entfernt), ließ uns heute einen kleinen Trip starten. Pünktlich zum Lunch sind wir nach einer schönen Autofahrt angekommen und konnten unseren Durst mit Thai-Icetea löschen. Das Essen konnte man in fünf verschiedenen Stufen schärfen lassen und meine Wahl mit 3 hätte nicht höher ausfallen dürfen. Unsere Asiaten haben alle 5 gewählt und waren sehr zufrieden. Was soll man dazu noch sagen? Sebastien, ein 1er Kandidat hat sich mutig an einem 5er Stück Fleisch versucht und lief augenblicklich knallrot an und wir bangten um das Überleben seiner Geschmacksnerven.
Dank schönen Wetters haben wir eine Weile am Wasser verbracht, Marquette liegt direkt am Lake Superior und nach einem erfolglosen Shoppingmallbesuch den Heimweg angetreten. Einen Zwischenstop gab es an einem Shrine, der an den ersten Missionar in diese Gegend aus dem frühen 17.Jh. erinnern soll und wirklich nur schwer zu ignorieren ist. Leider war der Snackpoint nicht geöffnet, so dass ich meinen andächtigen Besuch ohne Eis absolvieren musste.
Der eindrucksvolle Shrine

Mittwoch, Mai 04, 2005

Night of the fat Amis

Von Gestern gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Wir haben uns am Abend mit Ricky getroffen, der am Donnerstag den Heimflug antritt, und ein letztes Bier getrunken. Danach sind wir zu einer Party gefahren, die angeblich ein Knaller werden sollte, die Wirklichkeit sah aber ganz anders aus. Versammelt hatte man sich im Wohnzimmer eines Reihenhauses und die Besucher bestanden überwiegend aus fetten, dummen, amerikanischen Jungmüttern. Nach einer Minute wollte ich umdrehen und die Flucht ergreifen. Der Ehemann der Gastgeberin, ein dürrer Kerl Anfang zwanzig, zeigte uns seine Münzsammlung, eine betrunkene 180-Pfund-Supermarktverkäuferin teilte mir ihre Zuneigung zu Rammstein mit und am Ende fanden wir uns im Spielkreis wieder, um die Amis in Tabu zu schlagen. Nach einer ewig langen Stunde war der Spuk dann zum Glück vorbei und ich kann nun endlich behaupten, auch Stereotyp-Amerikaner getroffen zu haben.
Ich auf der falschen Seite
Zum ersten Mal bin ich heute in einem richtigen amerikanischen Truck mitgefahren. Ricky hatte das Auto seines Nachbarn ausgeliehen, um letzte Erledigungen zu machen und brachte einen Beifahrer. War eine aufregende Erfahrung in so einem Ungeheuer zu sitzen, das von der Ferne betrachtet deutlich mehr hermacht, als seine bei genauerer Ansicht billigen Bestandteile vermuten lassen würden. Den Nachmittag habe ich das schöne Wetter genossen und bin spazierend unterwegs gewesen. Das letzte Dinner und Wiedersehen-Sagen gab es mit Ricky und den letzten Verbleibenden im örtlichen Chinesen. Ich bin sehr froh, dass die ganze Verabschiederei nun erstmal ein Ende hat und man wieder auf fröhliche Gedanken kommt.
Zu Hause haben wir uns einen Horrorklassiker aus den 60ern angeschaut. „Night of the living dead“ war der erste richtige Zombiefilm, noch in Schwarz/Weiss aber schon mit allen Zutaten, die man in den nächsten Jahrzehnten vorgesetzt bekommt. Überwiegend war es natürlich ein großer Spass, da das Tempo und die Schocker viel gemäßigter sind als heutzutage, aber immerhin gab es schon Zombies zu sehen, die genüßlich an Menschenknochen knabbern.