Stephan in the States

Sonntag, November 28, 2004

New York - New York

Am Freitag vor einer Woche haben wir fünf Autobesitzer uns in unserem blauen Buick über die Thanksgiving-Ferien zu einem längeren Ostküstentrip aufgemacht. Das erste große Ziel waren die Niagarafälle in Buffalo. Da wir die Hintour ruhig angehen wollten, gab es für diese 1100 Meilenstrecke einen Übernachtungsstop in Saginaw, einem Michael-Moore-Flint-mäßigem Mittelstandsghetto-Städtchen, was uns den Abend lieber im Hotel verbringen ließ.
Am Sonntag standen dann die Wasserfälle auf dem Programm. Davor verbrachten wir allerdings gute zwei Stunden damit, ins Zentrum von Buffalo zu gelangen und nach einer Frühstücks-Mittagessen-Gelegenheit zu suchen, was sich als ziemlich hoffnungslos erwies, da diese Stadt am Wochenende genauso lebendig ist wie Berlin-Adlershof.
Die Fälle an sich hätte ich mir größer vorgestellt, aber der umgebende Park bzw. Ontario auf der kanadischen Seite waren ein schöner Anblick und das kalte Wetter sorgte für weitgehend besucherfreien Sightseeing-Genuß.
Ja, das sind sie!
Danach sind wir noch weiter in den Norden an das Ufer des Eriesees gefahren, wo sich das älteste Fort der USA befindet, das im Laufe der Jahrhunderte so einige Schlachten erlebt hat. Die Sicht war am Abend war so gut, dass wir sogar Toronto auf der anderen Seit des Sees sehen konnten.
Am Montag haben wir uns dann auf den Weg nach New York gemacht. Die Idee war, durch zeitiges Losfahren noch bei Tageslicht in der großen Stadt anzukommen, was aber leider durch das bemerkenswerte amerikanische Straßenausschilderungssystem unmöglich gemacht wurde. Wir hatten schon im Voraus Zimmer in einer Jugendherberge oder besser klingend Hostel bestellt, wo wir uns auch mit weiteren Freunden aus der Uni treffen wollten. Dieses liegt in Manhattan nördlich des Central Parks, uns war aber nicht bewusst, dass es sich dabei um den Stadtteil Harlem handelt und so war es ein kleiner Schocker, als wir, auf der Suche nach der richtigen Adresse durch Straßen fuhren, wo vor jedem dritten Hauseingang eine Gruppe von Schwarzen in HipHop-Klamotten herumlungerte. Das Hostel war zweifach durch ein Metallgitter geschützt und beim Einchecken wurde uns geraten im Dunkeln nicht alleine vor die Tür zu gehen. War dann aber alles halb so schlimm, die Gegend ist mittlerweile schwarze Mittelschicht und entwickelt sich langsam zum neuen Szenebezirk, wie wir später erfuhren.
Am Dienstag ging es dann zum ersten richtigen Sightseeing bzw. dem verzweifelten Versuch Karten für eine Broadwayshow (sprich einem dämlichen Musical) zu bekommen, was aber die üppigen Preise (50$ und mehr für reduzierte Karten) zum Glück verhinderten. Ansonsten haben wir uns den Timessquare (sehr lebhaft und bunt), Chinatown (sehr chinesisch) und die Brooklyn-Bridge (sehr brückig) angeschaut.
Ein Eindruck vom Times Square
Am Abend ging es zu einer längeren Kneipentour in die angesagten Gegenden der Stadt.
Mittwoch Vormittag hieß es wieder Koffer packen, da wir in ein anderes Hostel umziehen mussten. Diesmal ging es in den Süden der Insel nach Chelsea, einem der Künstler/Schwulenviertel der Stadt, den Beschreibungen der Reiseführer bzw. der Anzahl homosexueller Sexshops nach. Wir konnten uns nun zum ersten Mal durch den Verkehr Manhattans kämpfen, der überwiegend aus roten Ampeln und gelben Taxis besteht, ansonsten aber recht harmlos ist. Der Nachmittag war der Kultur, mit einem Besuch des Guggenheim-Museums und dem Shopping, mit einer Wanderung durch Soho (Hackescher Markt, nur größer) gewidmet. Später ging es auf die Spitze des Empire State Buildings, wo man einen atemraubenden Blick auf das Lichtermeer der Stadt werfen konnte. Die Nacht verbrachten wir in einem der größten Clubs NY's, der Webster Hall, der einen nur mit Eintritt und Garderobe schon um 30$ ärmer machte. Auf mehreren Etagen wurde überwiegend HipHop und Ragga gespielt, die Leute waren von superschick bis schlampig gekleidet und alles in allem war es kein großer Unterschied zu dem, was man aus Berlin kennt.
Donnerstag habe ich mich dann in aller Frühe aus dem Bett gekämpft, um zum Broadway zu fahren und die Thanksgiving-Parade, gesponsert vom Superkaufhaus Macys anzuschauen, die aus riesigen Luftballons und Marchingbands bestand. Es war ein schöner, warmer Tag, Unmengen von Menschen unterwegs und eine tolle Atmosphäre.
Eindruck von der Macy-Parade
Am Abend haben wir alle zusammen für eine Stunde eine Stretchlimousine gemietet und sind durch Downtown New York gefahren. Zur Feier der letzten Nacht ging es nochmal zum Tanzen, diesmal in eine umgestaltete Kirche, wo es die eigenartige Mischung Techno/HipHop und 80% Asiaten gab.
Nach dem wohlverdienten Ausschlafen ging es am Freitag zurück gen Heimat mit einem kleinen Stop in einem Outletcenter. Das Wochenende nach Thanksgiving ist in den USA das umsatzstärkste im ganzen Jahr und die meisten Geschäfte bieten dicke Preissenkungen an und so konnte ich nochmal meinen Winterbekleidungsvorrat aufstocken. Für die Rückfahrt hatten wir uns eigentlich zwei Tage vorgenommen, dank leerer Straßen und allgemeiner Erschöpfung entschieden wir uns dann aber für eine Durchfahrt, was uns nach 22,5 Stunden wieder in der Einöde Michigans ankommen ließ, die aber zumindest für mich, durch den ersten richtigen Schnee des Jahres versüßt wurde.
Süßer weißer Novemberschnee

Donnerstag, November 18, 2004

Diwali und Thanksgiving

Noch mal ein letzter Eintrag, bevor ich mich für zehn Tage verabschiede, um den Thanksgiving-Break auszunutzen und mit Freunden einen Trip nach New York zu machen.
Am Dienstag gab es den ersten Erfolg im Fussball mit meiner Beteiligung oder besser Anwesenheit, denn wieder mal ist ein Gegner nicht aufgetaucht und hat uns zu drei leichten Punkten verholfen, was die Playoffs wieder in greifbare Nähe rückt.
Mittwoch war richtig Uni angesagt und abends wurden wir zum Essen in die Dorms eingeladen und konnten uns ein vorerst letztes Mal den Bauch vollhauen.
Heute war nochmal (fast) alles dem Studium gewidmet. Hausaufgaben wollten fertig gemacht werden und die Bibliothek wurde um einige Bücher erleichtert. Am Abend stand dann die Diwali-Night auf dem Programm. Ein Fest, organisiert von der Indischen Studentenorganisation. Hat irgendwas mit der Ernte in Indien und irgendwelchen Göttern, die sich bekriegten zu tun, so genau hab ich es nicht verstanden, es hat aber in etwa den Stellenwert, wie bei uns Weihnachten. Es begann mit einem Dinner mit tollem Essen und im Anschluss Musik und Tanz. Die Leute haben sich ordentlich ins Zeug gelegt und die Aufführungen waren teilweise echt Klasse, es gab z.Bsp. einen nachgestellten Tanz aus einem Bollywoodfilm oder einen Tanz mit klassischen Kostümen und indischer Pop/Housemusik.
Morgen gilt es dann früh aufzustehen, um Sachen zu packen und dann gehts los, ca. 2500 Meilen Rundreise bewältigen.

Montag, November 15, 2004

Endlich Basketball

Wurde heute morgen von meinem, neu im Radio eingestellten, Sender von zwei doof quatschenden Hausfrauen geweckt. Meinen Frank-Sinatra-Sender kann ich leider nicht mehr benutzen, es schläft sich zu gut bei dieser Dudelmusik. Die Alternativen sind leider alle schrecklich, Gelabere auf allen Frequenzen, es ist zum Kot..
Danach zur Arbeit gespurtet, wo ich heute zum zweiten Mal für eine halbe Stunde meinen Stand alleine schmeißen musste, da meine Partnerin Pat, ihre Mittagspause genoß. Nach Ende der Schicht habe ich mir ein schönes Lunchspecial gegrillt und mir ordentlich den Bauch vollgehauen, um die anschließenden drei Vorlesungen einigermaßen überleben zu können.
Am frühen Abend war ich dann beim Treffen des Motorradclubs, wo wieder viele wichtige (??) Themen besprochen wurden. Ich hoffe, es ergeben sich mal irgendwelche Aktivitäten aus dieser Runde, immerhin wurde die Möglichkeite besprochen für den, im Februar stattfindenden Winterkarneval, ein crazy Snowmobil zu bauen.
Das Highlight heute war der Besuch des ersten Saison-Heimspiels des Frauen-Basketball-Teams. Die Arena war mit ca. 200 Leute halbwegs gefüllt und das Spiel hat richtig Spaß gemacht. Leider hat das Team verloren, aber es war knapp und es gab viele schöne, actionreiche Szenen. Gespielt wird im alten Modus, mit zwei Halbzeiten a 20 Minuten. Die Organisation ist wie bei alles Collegesportarten sehr professionell, drei Schiedsrichter, einige Offizielle und die Teams haben mehrere Trainer und Betreuer. Die Sitze sind leider nicht die Bequemsten, aber man muss ja nicht wie beim Football vier Stunden, sondern nur zwei darauf verbringen und das läßt sich überleben.
Eine Szene aus dem Spiel, die Gelben sind die Guten.

Sonntag, November 14, 2004

Potluck

Am Freitag morgen gab es eine Premiere für meinen US-Aufenthalt, ich bin zum ersten Mal vor sieben Uhr morgens aufgestanden. Das aber nicht ohne Grund, denn ich war zusammen mit Maria und Ricky (beides Deutsche) eingeladen in einer Deutschstunde im nahegelegenen Calumet über unsere schöne Heimat zu erzählen. Wir haben uns auf deutsch vorgestellt und Ricky hat dann das Ruder in die Hand genommen und über good ol' Germany referiert. Manchmal wusste ich dann leider nicht, ob ich lachen oder weinen soll, gerade wenn es um Berlin oder Geschicht ging. Da wurde der Fernseh- zum Funkturm und der Alexanderplatz zur größten Baustelle Europas in den 90ern. Hat aber ansonsten viel Spaß gemacht und wir sind Anfang Dezember zum Essen bei der Lehrerin eingeladen.
Drei Deutsche inmitten von amerikanischen Schülern
Anschließend bin ich nach Hause gehetzt, um meine Buletten fertig zu frittieren. Der Gestank des Friteusen-Öls war so heftig, dass es sogar meinen tiefschlafenden Mitbewohner aus den Träumen gerissen hat und einen halben Tag Lüften notwendig machte. Am Abend ging es dann zum Konzert, das der Anlaß der Bulettenschlacht war. Das auftretende Uniorchester bestand aus ca. 50 Leuten, überwiegend Blasinstrumente und eine kleine Rhythmussektion. Es wurde eine bunte Mischung aus adaptierter Weltmusik gespielt und hat mir richtig gut gefallen. Im Anschluss wurden die Leckereien unter die Leute gebracht und meine Partybällchen kamen gut an, wenn ich auch einiges wieder mit nach Hause nehmen konnte. Der Tag endete mit dem Besuch einer Salsa-Party, die von einem graduierten Mexikaner geschmissen wurde und nicht so schnell enden wollte.
Samstag Vormittag habe ich mich entsprechen schwer aus dem Bett gequält, was sich aber nicht vermeiden ließ, da ich zum Mitspielen in einem Volleyball-Turnier eingeladen war. Unser Team hat sich ganz wacker geschlagen und wir sind bis ins Finale gekommen, wo uns dann aber die Bälle um die Ohren gehauen wurden und wir sang- und klanglos untergeganen sind. Mit so einem guten Abschneiden hatte ich aber gar nicht gerechnet und war nun zeitlich etwas in der Klemme. Es musste nämlich Essen für den Abend vorbereitet werden. Vom International Club aus gab es eine Potluck-Party in unserem Appartement. Potluck hat irgendwas mit ThanksGiving zu tun und die Idee ist, dass jeder Gast etwas eine Speise mitbringt und dann gemeinsam geschmaust wird. Mit Tom (aus Bayern) habe ich mich nochmal an Schweinsbraten (gut gelungen) mit Knödeln (nun ja) probiert. Um neun war die Bude voll und es gab verschiedenen Aufläufe, Reisgerichte, belgische Fritten, ChopSticks und einiges mehr zu probieren. War ein sehr schöner Abend und die meisten sind vollgefuttert abgezogen und wir haben für die nächsten Tage Eingetuppertes im Kühlschrank liegen.
November-Impression (aus dem Appartementfenster)
Heute stand neben Aufräumen und Lüften der Bude die Betreuung der Finals im Basketball an. Mein Team hats ja leider nicht vollbracht sich zu qualifizieren und so konnte ich mich voll aufs Schiedsrichten, sprich Punkte-Fouls-zählen konzentrieren. Gab ein spannendes Finale mit Verlängerung und Entscheidung in der letzten Sekunde mit einem Jordan-mäßigem Drei-Punkte-Wurf.

Donnerstag, November 11, 2004

Fußball und Buletten

Am Montag habe ich krankheitsmäßig noch etwas durchgehangen, bin zwar arbeiten gegangen und musste zum ersten Mal für eine halbe Stunde den Laden alleine schmeißen, habe mir danach aber den Tag freigenommen.
Dienstag wurde im Literaturkurs mit Don Quixote begonnen und meine Befürchtungen was das Durchlesen betrifft, erfüllen sich auch hier; der Wälzer soll in vier Wochen durchgerackert werden, meine Version aus der Bibliothek hat dann auch glatt noch eine Übersetzung aus dem 18 Jh. - es macht richtig Spass! Abends gabs dann das nächste Ligaspiel im Hallenfussball. Ich stand nur am Rande und hab kräftig angefeuert aber das hat gereicht, um den ersten Sieg einzufahren.
Den folgenden Tag früh aus dem Bett gequält, um die Programmierhausaufgaben fertigzustellen, was leider nur zum Teil klappte, da meine mathematische Intelligenz nicht ausreichte, um einen Potenzmengenalgorithmus zu programmieren. Habe mich am Abend mit einem schönen Film getröstet und bin im Anschluss mit Brieux auf eine Cocktailparty gegangen.
Heute war ganz schön stressig (für amerikanische Verhältnisse). Für morgen steht ein Konzert mit internationaler Musik an und der International Club, dem ich als stolzes Mitglied angehöre, hat sich bereit erklärt einige kulinarische Spezzialiäten zuzubereiten. Ich habe mich also breitschlagen lassen, Mini-Buletten zu machen. Vorgestern habe ich dann erfahren, dass etwa 250 Leute naschen wollen - Panik! Heute war dann also erstmal einkaufen angesagt und ich habe etwa 12 Pfund Gehacktes erstanden. Das wurde dann brav nach Rezept (danke Jenny) mit allerlei Zeugs verrührt und zu kleinen Bällchen geformt, die todesmutig in Brieuxs Friteuse springen mussten.
Zwei Drittel meiner kleinen Fleischbällchen.
Ganz fertig bin ich leider nicht geworden, da wieder Fußball auf dem Plan stand. Nach einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters (der Idiot hats nach dem Spiel sogar zugegeben) lagen wir schnell durch einen Freistoß zurück. Überlegenes taktisches Spiel und famose Raumaufteilung gepaart mit nötiger Coolness brachten uns den Ausgleich ein. Köperliche Schlaffheit und strategische Fehler gepaart mit spielerischer Dussligkeit führten zum 2:1 Endstand. Es wird einfach nicht besser und ich habs langsam satt immer zu verlieren.

Sonntag, November 07, 2004

Ein Land sieht rot

Obwohl in den letzten Tagen einiges aufschreibenswertes passiert ist, war ich doch zu faul, mich vor den Rechner zu setzen und so muss wieder ein Wochenrückblick her.
Am Montag abend war der erste Tag eines Streetballturniers und ich durfte mich wieder als Referee betätigen, was diesmal darauf hinauslief, dass ich den Shoot-Out-Contest-Court bewachen durfte, der zwei Stunden lang quasi unbetreten blieb. Aber ich will mich nicht beschweren, es war schließlich bezahlte Arbeit.
Am Dienstag dann der große Tag, der die Nation und die Welt bewegte: wir hatten das erste Spiel unseres Indoor-Soccer-Turniers. Durch einen dämlichen Wechsel unseres “Trainers” genau bei einem Eckball ging dieses Match leider 1:0 gegen uns aus. Als wir abends dann in geselliger Runde den Fernseher anmachten, wurde uns erst so richtig klar, wie sehr dieses Duell die Amis gefordert hatte – die Landkarte war rot. Vielleicht war es auch der erwartete Sieg Bushs, so richtig war das nicht rauszufinden. Die besten Informationen gibt es halt doch in Europa und mehr kann ich zu dem Abend auch nicht sagen.
Mittwoch abend waren die Tränen getrocknet und es konnte herzlich bei einem schwedischen Film (“Zusammen”) zum internationalen Filmabend gelacht werden. Es geht um eine Hippiekommune in Stockholm, die durch den Einzug der Schwester eines der Bewohner mit ihren Kindern durcheinander gewirbelt wird.
Donnerstag abend war ich als Eisverkäufer beim Eishockey tätig. Die Uni hat ein Division 1 Team (die höchste Uniliga), eine entsprechend große Halle und damit viele zuckersüchtige Fans, die mit gefrorenem versorgt werden wollen. Es artete wirklich in Arbeit aus, das Eis war teilweise megahart und musste mit Brachialgewalt aus dem Kübel geschabt werden. Am Ende hatten mein Partner Eric und ich ca. 30 Liter von dem Zeugs unter die Leute gebracht und waren von den Händen bis zum Bauchnabel mit Cookies&Cream, AppelPie und MintChocolate eingeschmiert. Ach so, das Spiel war eines der besten der Saison und ging 6:6 aus, wobei ich davon kein einziges Tor gesehen habe.
Freitag war wieder voll Arbeiten und Uni gewidmet, wurde am am Abend mit einem tollen Heim-Dinner aus amerikanischem Steak, belgischen FrenchFries und deutschem Salat belohnt. Nachts hat sich dann eine Party im Nachbar-Appartement auf den Flur ausgeweitet, neben uns noch etliche weitere Hausbewohner angezogen und zu einem fröhlichen Nachbarschaftstreffen gewandelt, so dass wir jetzt nach zwei Monaten endlich wissen, wer denn so mit uns haust.
Samstag war bis auf ein wenig Sport machen weitgehen ereignislos, der Höhepunkt war ein kulinarischer Kahlschlag der Studentenwohnheimsmensa zum Dinner meinerseits, da wir zum kostenlosen Essen eingeladen waren, und sowas will ausgekostet werden. Danach ging es dann ins Kino, um sich den Horrorthriller “Saw” anzuschauen, der ganz solide, blutige Unterhaltung ist, zu einigen Kreischatacken der anwesenden Ami-Girls führte und etwas über dem Durchschnitt des Genres tangiert. Bei einem letzten Abstecher in die Bar mussten wir dann noch die Bekanntschaft zweier (leicht beschränkter) deutscher Mädels machen, die jetzt amerikanische Ehefrauen und Mütter sind. Ein nettes Beispiel, wie süß das Leben manchmal sein kann. Die beiden kommen aus einem winzigen Kaff im Saarland, lernten ihre Ehemänner als stationierte Soldaten kennen, träumten vielleicht den Traum vom großen, freien Land und endeten in ... Houghton, einem winzigen Kaff in Michigan.
Heute morgen bin ich dann mit Hals- und Kopfschmerzen aufgewacht und bete, dass ich nicht wirklich krank werde. Mein Basketball-Team hat im letzten Saisonspiel den ersten Sieg geschafft. Hurra! Die Freude ist nur dadurch geschmälert, dass uns der Erfolg durch Fernbleiben unseres Gegners quasi geschenkt wurde.