Stephan in the States

Montag, Juni 28, 2004

Einmal Konsulat und zurück

Heute war der große Visum-Tag. Mit all meinen mühselig zusammengestellten Unterlagen (Paß, Antragsformular 1, ~2, ~3, Bank Statement, ...) machte ich mich auf den langen Weg nach Dahlem. Das Konsulat war nicht schwer zu finden, man brauchte nur den Absperrgittern folgen. Neben dem 4 Meter Stahlzaun vor dem Haupteingang befand sich ein kleines Pförtnerhäuschen, das von einem dicken, schitzenden US-Mexikaner bewohnt wurde. In dieses wurden die Wartenden einzeln eingelassen, nach Paß gefragt, geröngt und anschließend der Haupthalle zugeführt. Dort wartete ein dicker, schwitzende US-Mexikaner, der mich nach meinem Paß fragte und anschließend der Warteschlange für die Anmeldung zuführte. Dort hatte ich eine dreiviertel Stunde Zeit, den Sportteil meiner Zeitung zu lesen, bis mich eine dicke, nicht schwitzende (!) US-Deutsche nach meinem Paß und den restlichen Unterlagen fragte. Dann wurde ich angeschnauzt, dass ich die Unterlagen nicht aus der Klarsichtfolie genommen hatte. Soviel Zeit hätte Sie nicht und außerdem stünde diese Aufforderung doch auf den überall angehängten Hinweiszetteln. Die bemerkte ich dann auch, könnte aber schwören, dass die vorher noch nicht da waren. Dann durfte ich mich setzen und auf meinen Interviewtermin warten. Hat zum Glück nicht so lange gedauert, bis ich erneut aufgerufen wurde. Diese Beamtim war mal nicht dick und schwitzte auch nicht, nötigte mich aber, ihre Fragen auf Englisch zu beantworten. Dies klappte auch ganz gut, bis die Frage aufkam, wer eigentlich die Kosten für die Uni bezahlt. Tja, das Austauschprogramm war meine Antwort. Die Unterlagen dazu bitte, war der Konter. Ein wenig Rumgestottere später, war klar, dass das heute nichts wird mit dem Visum. Ich muss irgendwie nachweisen, dass die Unikosten, die nie für mich angefallen sind und die durch die Annahme bei der MTU auch eindeutig schon verrechnet sind, von irgendjemand bezahlt wurden. Gesengten Hauptes verließ ich das Konsulat und hoffe das Problem demnächst lösen zu können. Zum Glück muss kann ich den Rest per Post erledigen und muss nicht nochmal in diese Einöde.

Dienstag, Juni 22, 2004

Zusammenfassung der letzten faulen Tage

Nach langer Pause, die sich daraus erklärt, dass ich nichts von wirklicher Wichtigkeite erledigt habe, gibt es nun eine Zusammenfassung der letzten Tage.
Ich habe mich erkundigt, ob meine Haftpflichtversicherung auch für das Ausland gilt, was sie glücklicherweise tut und zwar bis zu einem Jahr. Mein Flugticket ist per Post eingetrudelt und liegt nun sicher verwahrt unter einem großen Stapel Zettelei mit weiterem USA-Kram. Dann habe ich mich im AuslandsOffice der MTU erkundigt, ob meine Money Order für das Enrollement Deposit schon eingetroffen ist. Leider ist bei denen noch nichts eingetroffen. Werde wohl nicht umhin kommen, das Ding als ungültig zu erklären und nochmal einen Brief zu schicken. Von der Apartement-Abteilung des MTU kam ein Brief, der meine Absicht in ein solches einzuziehen bestätigt wissen wollte. Wurde auch sofort zur Deutschen Post getragen.
Das nächste große Ding wird der Visa-Interviewtermin am kommenden Montag sein. Mal sehen, ob bis dahin noch etwas Interessantes zu berichten gibt.

Sonntag, Juni 13, 2004

Genozid vs. Visum

Habe heute angefangen, das erste der drei Visa-Antragsformulare auszufüllen. Das wurde online erledigt, da es angeblich den Bearbeitungsprozess beschleunigt. Meinen eigenen auf keinen Fall, denn viele schöne Eingabefelder waren da, aber keine Erklärungen, was man denn da reinzuschreiben hat. Also die Druckversion runtergeladen und anhand der Feldnummer die richtigen Eingaben erraten. Neben dem üblichen Infokram muss man auch Ja/Nein Fragen beantworten, ob man mal kontrollierte Substanzen, sprich Drogen verkauft hat (Nö), mal eine Prostituierte war (definitiv Nö), den globalen/regionalen/lokalen Terrorismus unterstüzt hat (Hmm, schwiering. Ich habe einfach beides angekreuzt), oder als Nazi am Genozid beteiligt war (wahrscheinlich würde das bei vielen Amis gut angekommen, ich habe aber trotzdem Nein angekreuzt). War nach den Ankreuzorgien so erschöpft, dass ich mich an die anderen Formular nicht mehr rangetraut habe und sie auf spätere Zeit verschob.

Donnerstag, Juni 10, 2004

Baföglos

Heute war der Tag vor allem der Uni gewidmet, so dass ich lediglich einen Anruf erledigt habe. Ich wollte mich beim Studentenwerk Hamburg, welches für Auslandsbafög in den USA zuständig ist, über selbiges erkundigen. Das Ergebnis war das Erwartete, dass ich mit 99,9% Wahrscheinlichkeit keines bekomme. Der erste Grund liegt in der finanziellen Bemessungsgrundlage, über der ich bestimmt liegen werden. Der zweiter Grund ist mein fleißiges :-) Studieren, dass keine Kurse offen gelassen hat und die sind zwingend notwendig, damit ich sie in den Staaten machen kann. Letzen Endes bin ich kein förderungswürdiger Student und kann mir den Formularärger sparen. Zumindest die Hamburger Sachbearbeiterin war sehr lustig und wir haben ein nettes Gespräch gehabt.

Mittwoch, Juni 09, 2004

Flug gebucht

Vom zweigünstigsten Fluganbieter hatte ich heute morgen eine Mail im Postfach, die meine Reservierung bestätigte. Vom günstigsten Anbieter war noch nix eingetroffen. So musste ich denn zum Telefon greifen und einen Anruf tätigen. Die Reservierung war glücklicherweise angekommen und nach einigen Minuten in der Warteschleife (zum Glück ohne Best-Of-80s Musik) hatte die Telefonistin alle geklärt und ich hatte Augenblicke später die Bestätigungsmail auf dem Rechner. Für sofort überwiesene 537€ kann ich nun mit zweimal umsteigen nach Hancock düsen.

Dienstag, Juni 08, 2004

Verwirrendes Online-Fliegen

Habe heute einen Brief von der Appartementabteilung der MTU bekommen. Leider war es kein Mietvertrag sondern die Mitteilung, dass meine Bewerbung auf ein Appartement angekommen ist. Hoffentlich klappt das, denn die ebenfalls heute eingetroffene Mail zu den Zimmerpreisen in den Residence Halls hat meine Befürchtung bestätigt. Für ein Doppelzimmer incl. Verpflegung sind 6000$ abzudrücken.
Habe dann noch über eine Stunde damit zugebracht diverse Online-Flugbörsen abzuklappern, um endlich einen günstigen Flug zu bekommen. Nach dem Tip gleich ein Jahresticket zu kaufen, habe ich erstmal danach gesucht, musste aber feststellen, dass es da keine großen Preisunterschiede zum doppelt buchen gibt. Also nur nach Hinflug gesucht. Alle Onlienanbieter finden in etwa den gleichen Flug (via Amsterdam und Minneapolis). Die Preis haben aber eine extreme Preisspanne von 570€ bis über 1800€. Für den günstigsten Flug erhält man bei der Hälfte der Anbieter die Antwort, dass der Flug bereits ausgebucht ist. Habe gleich bei zwei Anbietern den Flug reserviert und hoffe nun, da noch keine Antwortmail eingetroffen ist, dass es auch geklappt hat.

Montag, Juni 07, 2004

Fleißig am Montag

Heute sehr fleißig gewesen. Bin am Vormittag zur Uni gefahren, um meinen Antrag für das Urlaubssemester abzugeben. Die nette Frau Sachbearbeiterin konnte sich überhaupt nicht mehr an mich erinnern und ich durfte meine Geschichte noch einmal erzählen. Danach für die Befreiung von der BVG-Zahlung ins AstA gegangen und mich mit einem der komischen Endlos-Studenten auseinandergesetzt. Danach weiter zur Studentenreiseagentur StaTravel. Leider konnten die mir keinen günstigeren Flug anbieten, als ich selbst im Internet (wo sonst) bereits gefunden hatte. Die Beratung war sehr nett, aber einen fast doppelt so teure Flug mit einem Tag Zwischenstop in NewYork, wolle ich dann doch nicht buchen.
An diese Stelle einen großen Dank an Witti, der mir zu einem tollen Mittagessen verholfen hat, das mir die Kraft für den restlichen Tag verschaffte. Der nächste Stop war die Sparkasse, wo ich die Überweisung für das Visum vornahm. Kleinen Streß gab es noch als ich einen Stempel unter meinen automatischen Überweisungsbeleg haben wollte. Sowas machen wir nicht mehr, war die Antwort und dass sich die Öffentlichkeit gefälligst daran gewöhnen sollte. Dass das Geschäftsgebahren einen kleinen deutschen Bank der Botschaft der amerikanischen Staaten ziemlich egal sein könnte, wäre in der Situation kein ausreichendes Argument gewesen (der Feierabend war wohl schon ziemlich nah). Daran anschließend musste ich vier Apotheken (zum Glück ist Deutschland gepflastert damit) abklappern bis ich den Hepatitis Impfstoff bekam, den ich für meine nachmittägliche Impfung brauchte. Erschöpft aber zufrieden konnte ich mich dann zur Geburtstagfeier von Helena aufmachen und den Tag somit schön ausklingen lassen.

Freitag, Juni 04, 2004

Ick fahr international

Heute in der Studienberatung gewesen und erfahren, was ich für Anträge auszufüllen habe. Zwei Formulare für Urlaubssemester sind notwendig und ich kann einen Antrag für die Befreiung von der BVG-Grundgebühr ausfüllen. Dazu muss man allerdings in ASTA. Das war heute allerdings geschlossen, da die Mitglieder alle noch einen Kater von der Uni-Party am Vortrag hatten und angeblich mit Aufräumen beschäftigt waren. Dieser Verein ist mir sowieso sehr suspekt. Ein Haufen von Langzeitstudenten, die es aus mir unerfindlichen Gründen schaffen, teilweise seit Ende der Achtziger Jahre an dieser Fachhochschule zu sein. Älter als so mancher Dozent und mit einer radikal-fundamentalistischen Einstellung gegenüber sämtlichen Offiziellen an der TFH.
Mittags dann in die Meldestelle in Grünau gefahren, um mir eine Meldebescheinigung (brauch ich fürs Visum) und einen internationalen Führerschein zu holen. Die Frau Sachbearbeiterin war geistig zwar schon im Wochenende und hatte Mühe den Hauch von Freundlichkeit zu wahren, aber ich musste nicht warten und so wars mir auch egal. Natürlich, Geld hats auch gekostet, knapp 18€ wurden fällig. Dafür darf ich jetzt in der ganzen Welt motorisiert durch die Gegend knattern.
Einen technologischen Offenbarungseid musste ich anschließend bei der Sparkasse ablegen, als ich die Visa-Antragsgebühr überweisen wollte. Eigentlich wollte ich an der Kasse eine Einzahlung machen, wurde aber an den Kontoautomaten geschickt, da dort keine Überweisungsgebühren (puh! 6€) fällig werden. Also hin da, Karte rein und was ist? Kein Menüpunkt für Überweisungen. Plötzlich steht die nette, knapp 60 jährige Mitarbeiterin hinter und mir und meint schmunzelnd, dass ich doch an den Kontoautomaten muss und nicht an den Kassenautomaten und ob ich das noch nie gemacht hätte. Also nimmt sie mich an die Hand, führt mich zum richtigen Automaten, zeigt mir wo ich die Karte reinzustecken habe, drückt auf den richtigen Menüeintrag, ... Peinlich, peinlich das.
Und auf dem Heimweg noch nass geworden, weil es angefangen hatte zu regnen.

Donnerstag, Juni 03, 2004

Die erste MoneyOrder meines Lebens

Bin doch schon heute in das AmericanExpress Büro gerannt, um die MoneyOrder für das Enrollment Deposit zu machen. Ging sehr fix. Der netten, dicken Frau hinter der Plexiglasscheibe die Kohle rübergereicht und eine Minute später hatte ich einen schönen AmericanExpressMoneyOrderSchein in der Hand. Dank dem günstigen Dollarkurs und läppischen 6€ Gebühr (hör Dir das mal an, Abzocker-Sparkasse!), haben mich die 100$ gerade mal 90€ gekostet.
Natürlich hatte ich den Brief der Uni nicht dabei, in dem das teure Papier nach Michigan geschickt wird und so kann das Geld erst morgen auf die Reise.

Mittwoch, Juni 02, 2004

Die Öffentlichkeit wird informiert

Eigentlich wolle ich erst in den Staaten damit beginnen, meine Erlebnisse dieser Zeit für Leute mit Interesse lesbar zu machen. Doch der ganze Aufwand im Vorfeld soll nicht vergessen werden ( in erster Linie meiner Vergesslichkeit entgegen wirken ) und so wird ab heute Tagebuch geführt.

Heute habe ich mich ausgiebig mit Visa-Beschaffung beschäftigt. Man muss drei Formulare ausfüllen, ein schickes Photo, eine Meldebescheinigung und ein Bank-Statement abgeben. Weil ich Student bin, ist ein Gespräch mit dem Konsul notwendig, in dem erklärt werden soll, warum man denn gerne in die Staaten möchte. Frage mich echt, wie man auf so einen Schwachsinn kommt. Wenn ich dort studiere, wird das wohl der Grund sein. Na ja, weiß ich immerhin wo meine Telefongebühren von 1,80€/min hingehen, die mich der Anruf gekostet hat.
Für das Photo habe ich mich vorher beim Frisör schick machen lassen ( 8,50€ ). Der Fotoladen hatte heute Passbild-Sondertag und ich hatte eigentlich gehofft, ein Schnäpchen machen zu können. Dummerweise muss das Visa-Bild besondere Maße haben und so wurden für ein Sonderphoto 9,50€ verlangt. Bin heute also mal locker 30€ für den Visa-Unsinn losgeworden.

Bei der Uni gleich danach noch einen Termin mit der Studienverwaltung abgemacht, um mich über die Formalitäten zu informieren. Werde ich Freitag Vormittag hindackeln.

Die MTU will für das Semester ein Enrollment Deposit haben. Dafür muss ein Scheck ( bei der Sparkasse 15€ Bearbeitungsgebühr ) oder eine MoneyOrder gemacht werden. Diese kann über American Express eingelöst werden. Wird auch am Freitag angegangen.