Stephan in the States

Samstag, April 30, 2005

Moppen und essen

Die total verdreckte Küche wurde heute morgen erstmal ignoriert, um mit Sebastien zum Commencement zu gehen. Wetter war wunderbar, Sonnenschein und wir konnten mit T-Shirt den Weg zum SDC wandern. Die Veranstaltung fand diesmal in der Hockeyarena statt, die knüppelvoll war, was über 5000 Besucher bedeutet. Den langweiligen Redepart haben wir uns gespart und sind pünktlich zur Diplomübergabe angekommen, bei der wir viele Freunde beklatschen konnten. Danach ging es nach Hause, um den ungemütlichen Teil des Tages anzugehen, das Aufräumen. Die Mädels, Zinnu, Mounir und Kyle hatten sich aus dem Staub gemacht und so mussten wir das Chaos zu Dritte beseitigen. Zum Glück war die Anlage noch aufgebaut und wir konnten zu Salsamusik den Boden schrubben. Fünf Tüten voller Dosen und Flaschen konnten wir zum Supermarkt bringen und netten Pfand absahnen.
Im Anschluss begannen die Vorbereitungen für das letzte gemeinsame Hausdinner. Gekocht wurde für mehrere Stunden und am Ende hatten wir über acht Gerichte und viele Reste. Den Rest des Abends haben wir mit quatschen, Tischfußball, was hier sehr populär ist, und TV verbracht.
Commencement auf dem Eisfeld

Freitag, April 29, 2005

Der letzte Tanz

Heute gab es die letzte Party in unserem Haus. Gegen Mittag bin ich mit Sebastien zu Walmart gefahren, um Dekoration zu kaufen. Kurz danach bekam ich Besuch von den Finnen, die mir meinen Anteil von unserem Autoverkauf brachten. Lange genug hatte es ja gedauert. Der Preis war immer noch ganz gut, obwohl wir auf etwas mehr gehofft hatten. Am Nachmittag wurden dann mit vereinten Kräften Luftballons und Papierschlangen an diversen Decken und Wänden aufgehangen und die Räume partysicher aufgeräumt. Der Abend begann ganz entspannt mit Hausdinner. Nach und nach trudelten dann die Gäste ein und gegen Mitternacht hatten wir das Haus voll und die Leute betrunken. Gegen vier wurde die Anlage heruntergefahren, da viele am nächsten Morgen zum Commencement (Diplomübergabe) mussten.
Buddy Harold and me.

Donnerstag, April 28, 2005

Das letzte Abendmahl

Heute habe ich mich zum letzten Mal arbeiten auf den Campus begeben. Mit ein wenig Wehmut wurden ein letztes Mal T-Shirt, Schürze und Cappi übergestreift und die Stechuhr (mittlerweile elektronisch) gedrückt. In meiner Doppelschicht habe ich dann versucht so viel Smoothies, wie möglich zu trinken und konnte dank wenig Kundschaft schön mein Buch dabei lesen. Leider hat sich mein Unwohlsein in einen schönen Schnupfen verschlimmert und ich habe mich am Nachmittag zu einem Gesundheitsschlaf niedergelegt.
Am Abend war ich mit meinen Mitbewohnerinnen zum Dinner bei ihren überreligiösen Freunden eingeladen. Es gab brasilianisches Hühnchen mit Bohnen und Reis, alles ganz lecker. Danach wurde DVD angeschaut und wir mussten alle Kräfte aufbringen, damit nicht „Passion of the Christ“ angeschaut wird. Gemeinsam wurde sich für „Metropolis“ in der japanischen Animeversion entschieden. Im Anschluss rückte Marcel, der leicht fanatische Brasilianer, seinen Stuhl in die Mitte, um über die Bibel und Jesus mit uns Ungläubigen zu reden. Zum Glück bin ich dem knapp entkommen, da ich mal wieder zum Flughafen musste. Wie mir Shiori aber nachher erzählte, war es ganz furchtbar und sie hat sich sogar mit einem der ebenso übergläubigen, verbohrten Mitbewohner gestritten.
Trotz Schnupfen habe ich mich dann breitschlagen lassen, nachts auszugehen und ein letztes Mal die Dorfdisko zu besuchen.
Wieder mal ein Bild eines der hier umherfahrenden Trucks.

Mittwoch, April 27, 2005

Arbeiter der Woche

Da diese Woche die Finals sind, also die letzen Klausuren geschrieben werden, ist jeder dicke beschäftigt und ich habe die Schicht meines Vorarbeiters übernommen. Nach sechs Stunden arbeiten, habe ich dann für eine Weile die Vorlesungsfolien meines einzigen Prüfungsfaches durchgelesen, damit ich kein ganz weißes Blatt abgeben muss. Ich war dann sogar überrascht, als ich doch einiges aus meines Gedächtnis hervorkramen konnte. Im Anschluss habe ich mich dann erweichen lassen, noch die Schicht meiner Mitbewohnerin zu übernehmen und nochmal gute 90 Minuten Süßigkeiten an dicke Studenten verkauft.
Mittwoch ist den Tag über nicht so viel passiert. Vormittags war ich mit den beiden Finnen die letzten Geschenke und Mitbringsel einkaufen, die sie vor ihrer Abreise noch besorgen wollten. Am Nachmittag hat sich ein leichtes Unwohlsein eingestellt und ich musste mein Squashverabredung absagen, damit ich am Abend für das Abschlussessen von Linus fit bin. Er ist der Erste unsere Gruppe, der Houghton verlässt und mit über zwanzig Leuten wurde nochmal ausgiebig gegessen, getrunken und gequatscht. Die anschließende Bartour habe ich dann aber sein lassen.
Nicht wirklich zu diesem Beitrag passend, aber trotzdem da.

Montag, April 25, 2005

Auf den Hügel

Habe mich heute morgen auf mein Fahrrad geschwungen und bin mit Ziel Skihügel durch die Gegend getourt. Auf den Waldwegen konnte ich dann zum ersten Mal wirklich mein Profil und die Federgabel ausnutzen, musste aber bei der steilen Abfahrt feststellen, dass meine Bremsen nicht mehr die Besten sind und bin lieber hier und da mal gelaufen (gerutscht). Am Abend wurde sich dann in großer Runde in unserem Haus eingefunden, um die Unmengen an Bildern, die jeder angesammelt hat, auszutauschen und sich an Pizza und Kaltgetränken zu laben.
Ein Teil meines steilen Abstiegs

Sonntag, April 24, 2005

Senior Walk

Der ganze Freitag war der Michigan Tech Tradition des Senior Walk gewidmet, bei der die Absolventen des Semesters durch die Bars von Houghton und der Zwillingsstadt Hancock ziehen und viele Dollar über den Tresen schieben. Da es ja auch für uns das letzte Jahr hier ist, haben wir uns in internationaler Runde dem Geschehen angeschlossen. Am späten Vormittag wurde sich zum gemütlichen Frühstück getroffen und gegen zwei Uhr wurde die erste von insgesamt dreizehn Kneipen betreten. Das Wetter war selten schlecht, nur knapp über null Grad und dazu kräftiger Wind, lange wollte man nicht draußen sein. Es gab sogar für eine Stunde Schneefall mit richtig dicken Flocken, liegen geblieben ist aber nichts. Je später es wurde, desto voller wurde es auch und gegen zehn Uhr haben wir uns durch die letzte Tür gedrängelt.
Samstag Nachmittag bin ich mit meinen beiden Mitbewohnerinnen nach Hancock gewandert, um für sie Tickets für den Greyhound-Bus zu kaufen. Begleitet wurden wir von zwei Bekannten von Shiori, einem Japaner und einem Brasilianer. Wie sich später herausstellte, waren es zwei stark religiöse Kerle. Beim späten Lunch wurde vorher gebetet und ich durfte dickes Lob über Deutschland und die Erfindung des Buchdrucks entgegennehmen, der die Verbreitung der Bibel ermöglichte. Am Abend gab es ein Barbecue in der Appartementsiedlung der Uni, das ich nur dank Winterjacke und Mütze ertragen konnte. Mit drei Freunden wurde im Anschluss mal wieder zum Lake Superior gefahren, um den Sonnenuntergang anzuschauen, der phantastisch glühend rot war. Die Nacht wurde im Haus der beiden dänischen Austauschstudenten verbracht, die ihre Abschiedsparty gaben.
Heute war ein schrecklich langweiliger Tag, alle sind mit Lernen beschäftigt und ich bin gezwungen, meine Zeit überwiegend mit mir selbst zu verbringen. Zum Lunch ging es immerhin gemeinsam, als wir in eine kleine Stadt weiter nördlich gefahren sind, in der immer Sonntag-Mittag ein französisches Restaurant aufmacht. Der Koch ist Franzose und ich habe keine Ahnung, was ihn in diese Einöde verschlagen hat. Das Essen bestand aus drei Gängen und ich habe ein Entenpate als Vorspeise, Filet Mignon als Hauptgang und Creme Brulet als Nachspeise verputzt. Begleitet wurden wir u.a. von einer Französisch-Lehrerin der Uni, deren Lebenssituation mir mal wieder verdeutlicht hat, warum es keinen Sinn machen würde, in den USA ein Leben anzufangen. Sie hat in Frankreich studiert und hat über die nächsten Jahrzehnte in allen möglichen Ländern der Erde gelebt. Mit Anfang sechzig arbeitet sie jetzt halbtags an der Uni und nimmt hier und da kleiner Gelegenheitsjobs an. Der größte Teil ihres Verdienstes geht für Health Insurance drauf und ihre große Angst ist, einmal ernsthaft krank zu werden. Den Abend verbringe ich nun damit, die NBA Playoffs zu schauen, aber das muss ja auch mal sein.

Donnerstag, April 21, 2005

Ist ja gut jetzt

Montag hat nun die letzte regulaere Uniwoche fuer mich begonnen (naechste Woche stehen nur noch Abschlussklausuren an, die ich nicht schreiben brauche). Das Wetter zu diesem Zeitpunkt noch richtig toll, hat seit Gestern stark nachgelassen und es gab nachts schon wieder Frost, was die Amis aber nicht davon abhaelt, tapfer weiter mit Shorts und FlipFlops durch die Gegend zu hechten - die Sonne scheint ja schliesslich.
Dienstag hatte ich einen meiner schlimmsten Arbeitstag. Die Aussentemperatur war sommerlich und mein kleiner Erfrischungsshop wurde von Studentenmassen ueberrollt, die mir eine Minute Zeit liessen, selbst mal zu snacken. Den Rest des Nachmittages habe ich im Labor verbracht, um die letzten Hausaufgaben anzugehen. Abends waren wir zum Essen in das “International House” der Nachbar-Uni eingeladen, bei dem es leckere Lasagne und allerlei asiatisches gab.
Zum Luncheon der Business Fakultaet ging es am Mittwoch. Die besten Studenten und Mitarbeiter wurden ausgezeichnet und mit Stipendien versehen, was aber nicht wie in Deutschland eine Handvoll Leute bedeutet, sondern 40 bis 50. Dem Programmheft war eine Liste mit allen Stipendiaten angefuegt und der Menge der Namen nach, darf wohl jeder zweite Student irgendeine Foerderung mit nach Hause nehmen. Am Nachmittag habe ich die letzte Klausur in meinem Filmkurs geschrieben, diesmal nicht mit Zettel auf dem Schoss, da ich mich erfolgreich an einen Tisch draengeln konnte. Am Abend gab es gemeinsames Dinner mit Freunden, zu dem ich Kartoffelbrei beisteuern konnte, der hervorragend zu asiatischer Kueche passt. Danach wurde der gar nicht gruselige Film “The Others” geschaut, der mich meinen dunklen Heimweg in Rekordzeit abradeln liess.
Heute hatte ich meine beiden letzten Vorlesungen. In Database Systems durfte ich waehrend unserer Projektpraesentation den Part vortragen, den meine Gruppenmitglieder in meiner Ferienabwesenheit zusammengemurkst hatten. Es war einer der schlechtesten Vortraege ueberhaupt, an denen meine Teilnahme jemals erzwungen wurde. Am Abend werde ich zur Praesentation eines IBM-Mitarbeiters zum Thema Vorstellungsgespraech gehen und anschliessend wird wohl das Vorlesungsende feiern gegangen.

Sonntag, April 17, 2005

Europe rules

Dienstag begann, wie angekündigt, mit meinem Exam in Database Systems, und mein schlechtes Gefühl im Anschluss hat sich am Donnerstag bei der Rückgabe und Ansicht des Ergebnisses als richtig herausgestellt. Ich konnte mich vom Schreibstreß allerdings bei meiner wiederergatterten Arbeitsschicht und einem dicken Smoothie erholen. Im Anschluss ging es ins Labor, um bei einem Teammeeting meiner Computerlieblingsbeschäftigung, der Installation und Konfiguration von neuer Hardware/Software zu frönen. Am Abend gab es eine Pre-Match-Zusammenkunft für das Floorhockey-Halbfinale, das erste Spiel der Playoffs am Mittwoch, die wir nun doch erreicht hatten. Es gab einige Taktikbesprechungen und meine Versetzung in den Verteidigungsblock.
Der nächste Tag lief dann bis zum Abend ganz ruhig ab. Meine Filmklasse wurde nach zehn Minuten mit dem Rat, das schöne Wetter zu genießen, beendet und gleiches habe ich am Wasser sitzend und lesend auch getan. 20 Uhr war es dann endlich soweit und „Team Ironpipe“ lief gegen ein weiteres amerikanisches Team auf. Nach knapp einer halben Minute gab es das erste Tor für uns und ein paar tolle weitere Szenen, ließen die erste Halbzeit 5:0 für uns ausgehen. Nach der Pause wurden wir etwas faul und nachlässig und die anderen durften auch mal treffen. Das Spiel wurde ab dann etwas rabiater, ein scharfer Rettungsball meines Co-Verteidigers fand seinen Weg auf meine Nase, es ist aber noch alles heil. Am Ende hat der schwedische Sturmblock aber seine Überlegenheit ausgespielt und wir zogen mit 8:3 ins Finale ein. Der Sieg wurde danach mit einer kleinen Kneipentour gebührend gefeiert.
Donnerstag bin ich mit Arto zu ShopCo gefahren und wir haben Koffer für den Rückflug erstanden. Wir beide haben uns für ein hervorragendes Set mit sechs Taschen für lächerliche $50 entschieden. Abends wurde erneut ausgegangen, da unsere Freundin Nyari aus Chicago zu Besuch kam und das Wiedersehen gefeiert werden musste.
Freitag Vormittag war der Zubereitung von Crepes und Jell-O gewidmet. Ab Mittag fand nämlich Spring Fling statt, ein Nachmittag, um den Frühling zu begrüßen und nochmal Spass zu haben, bevor die letzten beiden Wochen beginnen. Auf dem Campus hatten die Studentenorganisationen Stände aufgebaut und es gab überall Musik, Spiele und Essen.
Nyari und ich beim Gladiatorkampf
Eines der Highlights war Ooz-Ball, Volleyball im Matsch und man konnte viele dreckverkrustete Menschen durch die Gegend rennen sehen. Das andere war eine Motorradshow, bei dem ein Lebensmüder alle möglichen Stuntes, wie nur auf Vorder- oder Hinterrad fahren, vorführte. Das Wetter war einfach traumhaft und ich habe mir tatsächlich einen Sonnenbrand eingefangen. Meine Nachmittags-Vorlesung habe ich trotz allem besucht und im Anschluss ein interessante Gespräch mit meiner chinesischen Professorin über das Leben im Ausland geführt und einen interessanten Einblick in die Veränderungen in ihrer „kommunistischen“ Heimat bekommen.
Ooz-Ball
Der Abend wurde mit einem offiziellen Dinner aus Anlass der Verabschiedung graduierter Studenten begonnen. Es gab relativ akzeptables Essen, einen Haufen langweiliger
Reden und die Überreichung etlicher Auszeichnungen und Preise. Die Gastrednerin war eine erst vor drei Jahren graduierte Afro-Amerikanerin, deren Lebenslauf und Auszeichnungen eine ganze Seite im Programmheft einnahmen, die über das Thema Erfolg redete. Nun ja. Der zweite Anlaufpunkt der Nacht war die Salsa-Party, der mexikanischen Studentenorganisation. Aus einer sehr kurze Tanzstunde zu Beginn konnte ich nur mitnehmen, das das Geheimnis in den Hüften liegt, was man als Europäer aber wahrscheinlich nie ganz verstehen wird. Immerhin war es die erste Veranstaltung hier, auf der Frauenüberschuss herrschte, was die fantastisch tanzenden Südamerikaner ganz schön schwitzen ließ. Im Anschluss ging es zu einer 80s-Party, auf der auch wirklich die Mehrzahl in entsprechendem Outfit auftrat, es damit schrecklich bunt zuging, die Stimmung aber super war.
Dank langen Schlafens begann der Samstag recht spät und wurde überwiegend mit „socialising“ verbracht. Zum Dinner sind wir Hausbewohner in ein Steakhaus gefahren, das sehr gutes Essen hatte. Man konnte Steaks, so groß wie der Teller, auf dem sie serviert wurden, essen und ich verwirrte die Kellnerin mit meinem Wunsch nach Mezzo-Mix. Der Abend lief ansonsten recht ruhig ab, da Sonntag das Hockey-Finale stattfand und die teaminterne Absprache Totalabstinenz forderte.
Hausbewohner und Freunde beim Dinner
Bin denn heute auch recht zeitig aus dem Bett gekommen und hatte genügend Zeit, Frühstück vorzubereiten, zu dem Nyari und Johan gekommen sind und das im wesentlichen aus selbstgemachten Kartoffelpuffern bestand. Die Aufregung wuchs dann stetig an, da um vier Uhr das entscheidende Spiel anstand. Es hatten sich einige Freunde zum Anfeuern angefunden und das andere Team dürfte schon zu Beginn durch unseren Schlachtruf eingeschüchtert worden sein. Wieder gab es ein sehr schnelles Tor und nach drei Minuten stand es schon 2:0 für uns. Ihren einzigen ernsthaften Angriff der ersten Halbzeit haben unsere Gegner dann aber zum 2:1 verwandeln können und es schien etwas spannender zu werden. Den nächsten Treffer konnte ich dann nach toller Vorlage verbuchen und mein großer Traum eines Tores ging damit in Erfüllung. Zum 4:1 Halbzeitstand haben die Amis einen möglichen Sieg wohl abgeschrieben, denn viel Gegenwehr kam nicht mehr. Leider war das Tor für uns von da an auch vernagelt und es wollte nix mehr reingehen. Mit 5:1 ging das Spiel zu Ende und wir konnten uns glückstrunken unsere Sieger-T-Shirts überstreifen.
Den Rest des Tages habe ich mit Schreiben dieses Eintrags verbracht und ich werde mich nun zur Siegesfeier verabschieden.

Montag, April 11, 2005

Bonfire und Bohnenpaste

Der Samstag lief etwas langsamer an, da ich mich von der vorherigen Nacht ausschlafen musste. Danach ging es zum Sportmachen und nachmittags war Hausreinigung mit den Mitbewohnern angesagt. Der Abend begann mit dem Besuch des „African Festivals“. Zuerst gab es ein frühes Dinner mit leckeren, aber bis auf eine merkwürdige Bohnenpaste, recht gewöhnlichen Gerichten. Im Anschluss kam der Performanceteil mit tollen Tänzen, Instrumentaleinlagen und einer lustigen Afrika-Präsentation.
Da es noch allzu spät war, wurde beschlossen, zum Ufer des Lake Superior zu fahren und den Sonnenuntergang anzuschauen. Nach einer rasenden Pick-Up-Truck Fahrt, haben wir es dann auch gerade so geschafft, die Sonne im See untergehen zu sehen. Unser Fahrer fand es dann am Strand so gut, dass wir unseren Aufenthalt noch für ein Lagerfeuer (Bonfire) verlängerten. Rechts und Links von uns, waren noch die letzten Schneereste zu sehen, aber das Holz war knochentrocken und brannte im handumdrehen. Dank nachkommenden Beisitzern wurden wir auch noch mit HotDogs und Getränken versorgt.
Sonnenuntergang am Lake Superior

Sonntag wurde das Wetter dann schlechter und ich habe den Beginn des Tages zu Hause verbracht. Am Nachmittag ging es zum Squashen. Meine Niederlagen konnte ich gut verschmerzen, da die Basketballhalle offen stand und ich auf dem offiziellen Unicourt ein paar Bälle werfen konnte.
Heute morgen ging es als erstes wieder zu meiner English-Klasse, die immer mehr zum Witz wird, seitdem wir mit der Chefin des Departments die dritte Unterrichtskraft in diesem Semester haben und uns zu Tode langweilen dürfen. Als Semesterendprojekt steht das Schreiben eines Forschungsberichts an und ich habe als Thema das Zahnputzverhalten von Studenten ausgewählt und konnte meine ersten Umfragen einsammeln. Im Filmkurs wurde „Mi vida loca“, eine Art Frauen-Gangsta-Film im Mexikanerghetto von L.A., angeschaut, bei dem mir nicht ganz klar wurde, wo die Qualität versteckt lag. Den Rest des Tages habe ich mit Projektarbeit und Lernen verbracht, da für morgen mein erstes Finalexam ansteht.

Samstag, April 09, 2005

Frühlingserwachen

Der Mittwoch Abend lief dann doch so ab, wie befürchtet. Es gab eine 4:2 Niederlage im FloorHockey. Manche Tore waren etwas unglücklich, aber im Endeffekt war die andere Mannschaft leicht besser. In den Playoffs sollten wir aber trotzdem gelandet sein, zusammen mit dem Team, das uns geschlagen hat. Zur Frustbewältigung ging es danach in die Bar, um die Tagesspecials auszuprobieren. Am nächsten Morgen hat mich dann herrlichster Sonnenschein auf dem Weg zur Uni begleitet, der sich bis heute gehalten hat. Jeder im Ort scheint mehr als froh zu sein, den Winter hinter sich gebracht zu haben. Die Leute rennen in Sommerklamotten durch die Gegend, die Vorgärten der Studentenverbindungshäuser sind mit gammelnden Studenten vollgelegt und Jogger und Fahrradfahrer machen die Bordsteige unsicher.
Am Donnerstag Abend gab es gemeinsames malaysisches Dinner und es wurde der Hongkong-Superhit Kung Fu Hustle angeschaut (@Heike: Ja, mit Unmengen an fliegenden Menschen – einfach fantastisch). Danach hat sich noch die Gelegenheit ergeben, zu einem Senior-Barrel zu gehen. Ein traditionelles Event, bei dem ein abschließender Student, ein (oder mehrere) Bierfässer der feiernden Jugend zur Verfügung stellt.
Freitag habe ich dann erstmal Schlaf nachgeholt, ein bisschen Hausaufgaben gemacht und bin zu meiner Vorlesung gegangen. Am Nachmittag ging es mit Sebastien zum ersten Mal in diesem Jahr joggen und ich musste feststellen, dass sich meine Knieprobleme über den Winter nicht gelegt haben. Abends gab es Hausdinner und ich habe mich an „deutschem“ Curry-Chicken probiert.
Die Reste unserer Snowstatues

Mittwoch, April 06, 2005

Regen auf Houghton

Seit Montag Nachmittag bin ich nach drei Wochen durch die Gegend reisen nun wieder in Houghton. Von einiger Seite wurde mir das Ausbleiben einer Abwesenheitsnachricht vorgeworfen und ich möchte mich dafür ernsthaft entschuldigen. Ich hoffe, am Wochenende einen Reisebericht schreiben zu können, der die größte Neugier befriedigt.
Der Norden empfing mich jedenfalls mit herzlichstem, sonnigen Frühlingswetter, der zu meinem Bedauern leider den größten Teil des Schnees dem Schmelztod überführt hat (wenn es auf dem Bild auch anders aussieht). Am Nachmittag habe ich mich dann um so profane Dinge wie Wäschewaschen gekümmert. Der Abend hielt dann das Finale der College-Basketballmeisterschaft bereit, in der in einem tollen Spiel North Carolina über die Michigan State University triumphierte. Dienstag fing dann das Regenwetter an, welches sich wohl noch bis zum Wochenende halten soll, aber zumindest meine letztjährige Regenschirminvestition lohnend macht. Zur Uni bin ich auch wieder getrabt, wenn die Motivation auch noch nicht ganz wieder da ist, vor allem, da es nur noch drei Wochen sind und dann die Finals anstehen. Heute habe ich meine teuer erstandene Camping-Schlafmatratze zu Walmart zurückgebracht, die sich als unbequemer Fehlkauf herausgestellt hat, aber zum Glück anstandslos wieder gegen Bargeld eingetauscht werden konnte. Im International Club wurden die Officiers für das nächste Jahr gewählt und dank freier Drinks und Sandwiches war die Anwesenheit so groß, wie noch nie. Am Abend darf ich wieder den Floorhockeyschläger in die Hand nehmen, wenn es zum letzten Spiel in der Vorrunde geht. Der Druck ist groß, da die Jungs bisher jedes Spiel überlegen gewonnen haben und wir einen Ruf zu verteidigen haben.
Anflug auf den Flughafen in Houghton